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Sehenswürdigkeiten - Hagia Sophia

Hagia Sophia - Baudenkmal in Istanbul

Die Hagia Sophia ist eines der bemerkenswertesten Baudenkmäler Istanbuls, das die wechselvolle Geschichte der Stadt am Bosporus einsdrucksvoll dokumentiert.

Einst als Krönungskirche der Byzantinischen Kaiser errichtet, wurde der christliche Sakralbau nach der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen 1453 zur Moschee umfunktioniert. Heute ist der massive, durch seine roten Außenmauern und die mächtige Kuppel weithin sichtbare Bau ein Museum, in dem christliche Mosaiken und Gestaltungselemente einer muslimischen Moschee aufeinander treffen.

Im Jahr 325 wurde am Standort der Hagia Sophia erstmals eine Kirche errichtet, die schon 404 abbrannte. Die anschließend am gleichen Ort wieder aufgebaute Kirche wurde ebenfalls Opfer eines Brandes im Jahr 532. Auf den Grundmauern dieses Gotteshauses ließ Kaiser Justinian, ein ausgesprochener Anhänger der christlichen Orthodoxie, in den Jahren 532 – 537 die Hagia Sophia (Griechisch für „Heilige Weisheit“) bauen. Den Kaiser trieb der Ehrgeiz, die prächtigste Kirche aller Zeiten errichten zu lassen. Rund 10000 Arbeiter schufen in weniger als sechs Jahren ein Bauwerk, das mittlerweile gut 1500 Jahre überdauert hat. In der Spätantike galt die Hagia Sophia zeitweise als achtes Weltwunder.

Beeindruckend ist vor allem die auf vier Pfeilern ruhende, 56 Meter hohe Kuppel. Sie hat einen Durchmesser von 31 Metern. In der mehr als 1000-jährigen Geschichte der Hagia Sophia stürzte die Kuppel drei Mal ein und wurde wiederhergestellt. Erdbeben bedrohten das Bauwerk immer wieder. Aus diesem Grund wurden an den Außenwänden auch die wuchtigen Zusatzmauern angebracht, die noch heute zu sehen sind.

1453 eroberten die Osmanen unter Mehmet II. („der Eroberer“, osmanisch „Fatih“) die Stadt. Noch im selben Jahr machte der Sultan die Hagia Sophia zur Hauptmoschee des Osmanischen Reiches. Diese Umwidmung einer ehemals christlichen Kirche hatte starken Symbolcharakter, konnte daraus doch eine Vorherrschaft des Islam über das Christentum gelesen werden.

Bemerkenswert ist, dass die Osmanen die christlichen Mosaiken, die sich über mehr als 10000 Quadratmeter an Wänden und Kuppeln ausbreiten, nicht zerstörten. Die Muslime versahen die Hagia Sophia mit vier Minaretten und brachten im Inneren an den vier Stützpfeilern der Kuppel die für Moscheen üblichen Tableaus mit den Namen Mohammeds und seiner Nachfolger, der so genannten „rechtgeleiteten Kalifen“, an. Die Mosaiken blieben parallel dazu noch lange sichtbar. Erst im 17. Jahrhunderts wurden sie mit einer Putzschicht überdeckt. Als die Moschee im 19. Jahrhundert restauriert wurde, entdeckte man die Mosaiken wieder. Auch der damals herrschende Sultan Abdülmecit I. ließ sie nicht zerstören, sondern erneut übertünchen.

Nach dem Ende des Osmanischen Reiches und der Gründung der Republik Türkei ließ Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk die Hagia Sophia 1932 – 1935 in ein Museum umwandeln. Bei den Sanierungsarbeiten wurden die Mosaiken wieder freigelegt.

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