Begleitet vom deutsch-türkischen Regisseur Fatih Akin machte sich Hacke auf, für den Dokumentarfilm „Crossing The Bridge“ die Musikszene von Istanbul zu ergründen. Die Klänge traditioneller türkischer Musik fing er mit seinen Aufnahmegeräten ebenso ein wie Rock, elektronische Musik oder Hip Hop. Auch wer als Tourist Istanbul besucht, kann die abwechslungsreiche und frische Musikszene der Metropole am Bosporus erleben.
Ausgangspunkt für eine solche Entdeckungsreise ist die Istiklal Caddesi im angesagten Stadtteil Beyoglu. Wer in den Abendstunden über die Flanier- und Einkaufsmeile schlendert, dem werden nicht nur die vielen eher westlich gestylten jungen Menschen auffallen. Überall dringt aus den Bars in den Nebenstraßen Musik, die oft gar nicht so ursprünglich türkisch anmutet. Kein Wunder: In Istanbul erlebt elektronische Musik seit einigen Jahren einen Boom.
Der „Indigo Club“ etwa in einer Nebenstraße der Istiklal Caddesi ist eine der Diskotheken, in denen dieser Trend spürbar und hörbar wird. Hier war unter anderem schon der Berliner Techno-Produzent T.Raumschmiere zu Gast. Im Club „Crystal“ in Ortaköy (Muallim Naci Cad. No. 65) setzt man auf die verschiedenen Spielarten von House und Techno.
Ein abwechslungsreiches Musikprogramm bietet der Musik-Club „Babylon“ (Şehbender Sokak No. 3). Jazz steht hier ebenso auf dem Programm wie Abende unter dem Motto „Oldies but Goldies“ oder „Soul II Soul“. Oft spielen im „Babylon“ Live-Bands, DJs aus der Türkei und dem Ausland legen auf. Auch das „360°“ (Istiklal Caddesi) gibt sich mit seinem DJ- und Livemusik-Programm mondän.
Auch wer Istanbul nur einen kurzen Besuch abstattet, bekommt in den Clubs schnell einen Eindruck vom pulsierenden musikalischen Leben der Stadt. Wer etwas tiefer eintaucht, merkt auch, dass die Musiker und DJs am Bosporus nicht einfach Klänge und Stile aus Europa oder den USA übernehmen. Deutlich wird das im Film „Crossing The Bridge“ zum Beispiel an dem Istanubler Rapper Ceza und seinen Weggefährten. Mit ihren Baseballkappen und weiten T-Shirts mögen sie zunächst aussehen wie eine schlichte Kopie von amerikanischen Hip Hop-Stars. Doch Ceza und seine Kollegen haben aus Elementen westlicher und türkischer Musik ihren eigenen Stil kreiert. Dasselbe gilt für die elektronische Musik. So vereinen die Veröffentlichungen des Plattenlabels „Doublemoon“, die man zum Beispiel in Musikgeschäften entlang der Istiklal Caddesi kaufen kann, türkische Klarinettenmelodien mit synthetischen Rhythmen. Auf diese Weise wird Istanbul auch in der Musik zu so etwas wie einer Brücke zwischen Ost und West.
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